Handicap ab 2021 weltweit geregelt

-mb- In Zeiten der Globalisierung reisen immer mehr Golfer in andere Länder. Der Golftourismus boomt und sowohl Deutsche als auch Golfer anderer Nationen spielen international auf allen Kontinenten. 


Zum Golf-spielen in die Ferne schweifen...
Foto: ms-smash


Derzeit gibt es weltweit 6 verschiedene Handicap-Systeme. Diese werden ab 2021 zu einem einheitlichen System, dem World-Handicap-System, vereint. Dazu wurden aus allen geltenden Systemen die besten Aspekte übernommen und vereinheitlicht. 

Was bleibt:

Die für Anfänger wichtige Zahl 54 wird auch zukünftig den Beginn der Platzreife markieren, da sonst viele Golfer ab 2021 kein Handicap aufweisen könnten.

Auch bleibt in Deutschland die magische Zahl 26,5 erhalten, über der man sich nicht verschlechtern kann. Die auf Basis der DGV-Spielvorgabentabelle errechnete Spielvorgabe bleibt unverändert, wird zukünftig „Course-Handicap“ oder „Playing-Handicap“ heißen. Weiterhin können die beliebt gewordenen Handicap relevanten (vorgabewirksamen) Runden über neun Löcher gespielt werden.

Handicap relevante Runden, die außerhalb von Turnieren als EDS-Runde (Extra Day Score) angemeldet werden, sind auch ab dem nächsten Jahr möglich. Sie heißen zukünftig „registrierte Privatrunde“.

Die Spielformate, die zur Handicap-Berechnung, wie Einzelzählspiel und Zählspiel nach Stableford, benutzt werden, bleiben erhalten. Auch die 2019 eingeführte Maximum Score Regel und die selten gespielten Par- oder Bogey-Spiele sind weiterhin im Regelwerk aufgeführt.

Was ist neu:

Ab 2021 gibt es in den Monaten Mai bis September nur noch Handicap relevante Turnierergebnisse. Golfer können in dieser Zeit an einem Turnier zukünftig nicht mehr ohne Handicap-Wertung antreten. Teamspiele wie Vierer oder Scramble sind hiervon ausgenommen.

Zur Handicap-Ermittlung werden die besten 8 der letzten 20 Handicap relevanten Ergebnisse der letzten 4 Jahre bewertet. Aus diesen 8 Ergebnissen wird der Durchschnitt ermittelt. Das World Handicap System führt für jeden Spieler ein Scoring Record (Stammblatt) mit den jeweils letzten 20 Ergebnissen in chronologischer Reihenfolge. Bei Spielern, die weniger als 20 Ergebnisse haben, erfolgt die Berechnung nach einem speziellen Berechnungsverfahren. Einzelheiten dazu können u.a. der Homepage des Golfverbandes entnommen werden.

Ist kein Ergebnis in den letzten 4 Jahren erspielt worden, entspricht der Handicap-Index der bisherigen Handicap Vorgabe.

Zukünftig soll der Handicap-Index das aktuelle Potenzial des Spielers zum Ausdruck bringen. Ein besonders gutes bzw. schlechtes Ergebnis führt nicht automatisch zu einer Veränderung des Handicaps.

Wetterkapriolen, Platzzustand etc. finden wieder bzw. erstmals Berücksichtigung.

Wichtig ist auch, dass es den von der bisherigen Stableford-Rechnung gewohnten Streicher nicht mehr geben wird. Vielmehr werden für einen Spieler mit einem beispielhaften Handicap von 18 bei einem Par 4-Loch nach dem 7. Schlag 7 Schläge notiert (Par 4 + 2 + Vorgabe 1). Hiermit erhält man das gewertete Bruttoergebnis, das eigens für die neue Handicap Ermittlung erfunden wurde. Aus dem gewerteten Bruttoergebnis errechnet der DGV-Computer unter Berücksichtigung von Wetter, Platzzustand u.ä. den sogenannten Scoring Differenzial.

 

Beispiel anhand eines Par 72 Platzes:

Course Rating             71,6

Slope                             126

Standard Slope           113 vom DGV vorgegeben

Spielergebnis              95 

 

Das Tagesergebnis berechnet sich wie folgt:

Spielergebnis 95 = minus Course Rating 71,6 = 23,4

23,4 mal Standard Slope 113 = 2.644,20

2.644,20 geteilt durch Slope 126

= 20,98571

Aufgerundet auf 21

Ist dieses Ergebnis schlechter als eines der besten 8 vorherigen Ergebnisse, fällt es aus der Bewertung der besten 8 Ergebnisse heraus. Sonst wird es mit den besten 7 Ergebnissen addiert und durch 8 geteilt und man erhält damit das neue Handicap. Hier ist jetzt das Handicap bei einem normalen Verlauf berechnet. 

Bei einer besonders guten Runde mit einem Ergebnis nach Stableford von 43 Nettopunkten erhält der Golfer eine zusätzliche Handicap Verbesserung um 1 Punkt, bei 46 sogar 2.

Pufferzonen und Handicap-Klassen gibt es ab dem nächsten Jahr nicht mehr. 

Bei 9-Loch-Turnieren werden zusätzlich zu den gespielten Ergebnissen 17 Punkte für die nicht gespielten Löcher dazu addiert.

Das waren einige Anmerkungen zu den neuen Handicap-Regeln. Die Redaktion erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, hofft aber, mit den Erläuterungen zur besseren Verständlichkeit beizutragen.