Golf-Militär-WM in Tinnen: Deutschland holt Titel

Eine Weltmeisterschaft im Golf ohne Tiger Woods und die übrigen Stars – das geht, sogar sehr gut. Der CISM (Conseil International du Sport Militaire) hat das gezeigt.


Die neue Weltmeisterin Anyssia Herbaut (Mitte) mit Linda Jeffery (li.) und Laurel Gill
Fotos: Hubert Kemper, Sportschule der Bundeswehr


Bei der Meisterschaft vom 26. August bis zum 1. September 2018 bewiesen das die Top-Spieler der 14 gemeldeten Nationen auf der Anlage des GC Tinnen. Neun Mal wurde auf dem nicht einfach zu spielenden Kurs unter Par notiert. Sogar der Platzrekord wurde mit 66 Schlägen vom Warendorfer Sportsoldaten Timo Vahlenkamp gebrochen, allerdings nur inoffiziell, da die extreme Trockenheit der vergangenen Wochen die Fairways hatte weitgehend vertrocknen lassen und Besserlegen erlaubt war. Ausgespielt wurden Weltmeister im Zählspiel, Einzel und in der Mannschaftswertung.

Den Titel Militär-Weltmeister der Herren sicherte sich ganz knapp Nick Bachem mit -13 Schlägen vor Timo Vahlenkamp -12 und Jannik de Bruyn -9. Da auch Sebastian Kannler als Vierter der deutschen Mannschaft mit -6 auf einen geteilten dritten Platz kam, stand der Sieg Deutschlands mit 45 Schlägen unter Par vor den USA mit -23 und Frankreich mit +17 Schlägen schon früh fest.

Bei den Damen wurde die Französin Anyssia Herbaut mit even par souveräne Weltmeisterin. Zweite auf dem Siegertreppchen war Linda Jeffery mit +20 vor der drittplatzierten Laurel Gill mit +26. Die deutschen Soldatinnen landeten auf den Plätzen 8, 9 und 17.

In der Mannschaftswertung siegten die USA mit +31 vor Frankreich mit +46 und den Niederlanden mit +94 Schlägen über Par.
Es gab auch weniger spektakuläre Scores, vor allem bei Sportlern aus nicht so bekannten Golfsport-Nationen wie Zimbabwe oder Botswana. Trotzdem genossen sie das Sporterlebnis.


Dreifachtriumph bei den Herren: Nick Bachem (Mitte) mit Timo Vahlenkamp (li.) und Jannik De Bruyn (re.)
Dreifachtriumph bei den Herren: Nick Bachem (Mitte) mit Timo Vahlenkamp (li.) und Jannik De Bruyn (re.)

Am Wettbewerb nahmen die Nationen Bahrain, Simbabwe, Sri Lanka, Botswana, Kanada, USA, Dänemark, Spanien, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Estland und Deutschland teil, die unter den Klängen des Bundeswehr-Musikkorps Münster am Eröffnungstag aufmarschierten

Die Aktiven und Zuschauer waren begeistert, als Fallschirmspringer der Amateursportler-Gruppe Cypres Demo Team mit vier Fahnen, darunter die CISM-Fahne, zielgenau vor der Tribüne landeten. Zur CISM-Hymne wurde diese Fahne gehisst. Das Motto des CISM funktioniert: „Freundschaft durch Sport.“ Das betonte auch Generalleutnant Dieter Warnecke aus dem Bundesministerium der Verteidigung, Schirmherr der Weltmeisterschaft, bei der feierlichen Eröffnungszeremonie am Sonntag, 26. August. Colonel Sanchez Verdugo, offizieller Repräsentant des CISM, begrüßte die Sportlerinnen und Sportler. Er betonte ebenso wie General Warnecke die Aufgabe des CISM, unter Soldaten Freundschaft durch Sport zu schaffen. Warnecke dankte dem Deutschen Golfverband, der die sportliche  Abwicklung dieser Weltmeisterschaft übernommen hatte, und dem Gastgeber GC  Tinnen. Internationale Sportwettkämpfe bringen Nationen zusammen, erst recht in Münster, wo vor 370 Jahren der Westfälische Frieden den 30-jahrigen Krieg beendet hat, sagte Warncke. Zum Abschluss der Eröffnungsfeier wurde die Nationalhymne gespielt.





Die deutsche Mannschaft vor der Eröffnungszeremonie